Wirtschaftsstrafrechtliche Vereinigung e.V.

Kapitalmarktstrafrecht

Das Kapitalmarktstrafrecht ist eine junge, dafür aber umso dynamischere Disziplin innerhalb der Strafrechtswissenschaft und Strafrechtspraxis. Geprägt wird dieses Rechtsgebiete durch einen überaus aktiven europäischen und nationalen Gesetzgeber, der in atemberaubendem Tempo Novellierungen der bestehenden Kapitalmarktgesetze vornimmt. Ob in diesem gesetzgeberischen Reigen den kapitalmarktrechtlichen Strafnormen immer die gebotene Aufmerksamkeit geschenkt wird, darf bezweifelt werden. Beklagt wird ferner zu Recht, dass sich die Rechtssprache und die Gesetzessystematik in diesem Bereich weit von einer allgemeinen Verständlichkeit entfernt haben.

War das Kapitalmarktstrafrecht ursprünglich aufgrund der Schnittstelle zwischen nationalem und europäischem Recht sowie zwischen Aktienrecht, Börsenrecht, Wertpapierrecht und Strafrecht vornehmlich von rechtsdogmatischem Interesse, hat sich der Blick auf dieses Rechtsgebiet spätestens mit der Finanzmarktkrise grundlegend gewandelt: Das Kapitalmarktstrafrecht ist in der Rechtspraxis angekommen. So ist in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg der Verfolgungspraxis der Ermittlungsbehörden zu bemerken, deren Ausgangspunkt (fast) immer die Marktaufsicht der BaFin ist und die zunehmend die Strafgerichte mit kontroversen Ergebnissen beschäftigt. Gleichwohl liegen bislang noch vergleichsweise wenige Urteile vor. Die Rechtspraxis ist deshalb in besonderem Maße darauf angewiesen, die wissenschaftliche Diskussion aufzunehmen, weil ausgetretene Pfade in diesem Rechtsgebiet noch kaum vorzufinden sind. Darin liegt aus unserer Sicht der besondere Reiz des Kapitalmarktstrafrechts.

Der Arbeitskreis Kapitalmarktstrafrecht will den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den mit dem Kapitalmarktstrafrecht beschäftigten Berufsgruppen fördern. Angestrebt wird ferner die Beteiligung an der wissenschaftlichen und rechtspolitischen Diskussion.

Ansprechpartner Dr. André-M. Szesny LL.M. und Dr. Philipp Gehrmann.