Johannes Omari

Handbuch Gesellschaftliche Streitigkeiten

Mehrbrey (Hrsg.), 2013, ca. 1250 Seiten, gebunden, 148,00 €, ISBN 978-3-45227600-1

Das Buch soll insbesondere Rechtsanwälte, die auf dem Gebiet des Handels- und Gesellschaftsrecht tätig sind und darüber hinaus auch Unternehmensjuristen/Justiziare, Rechtsabteilungen in Unternehmen und Richter ansprechen. Insgesamt steuerten 43 Autoren Beiträge bei, wobei ein deutlicher Schwerpunkt auf Rechtsanwälten, insbesondere aus der internationalen Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells LLP, liegt.

Nach der Einleitung werden zunächst typische Konfliktsituationen in den einzelnen für Unternehmen möglichen Rechtsformen beleuchtet. Hierbei werden die Aktiengesellschaft, die GmbH, die Konzernsituation, die GbR, die oHG, die KG mit GmbH & Co. KG, die PartG, die eingetragene Genossenschaft, der Verein und die englische Limited im Einzelnen behandelt. Im Weiteren werden das Thema der Streitigkeiten im Zusammenhang mit Umwandlungen und das Spruchverfahren abgehandelt.

Erwartungsgemäß nehmen die Ausführungen zu den Streitigkeiten in der AG und der GmbH mit insgesamt 750 Seiten den bei Weitem größten Umfang in dem Werk für sich in Anspruch. Hinsichtlich der AG werden alle wichtigen Problemfelder wie die Gründung, Durchsetzung der Aktionärsrechte und –pflichten, die Durchführung der Hauptversammlung und die Streitigkeiten unter den Verwaltungsorganen im Detail und erschöpfend behandelt.

Im Gegensatz zur Mehrzahl der bisherigen Veröffentlichungen zum Thema Unternehmensrecht widmet sich die Veröffentlichung nicht schwerpunktmäßig dem materiellen Recht im Gesellschaftsrecht, sondern den prozessualen Besonderheiten. Dabei kommt dem Herausgeber die erwiesene Expertise des Autorenteams offensichtlich sehr zugute. So stellt das Werk nicht nur die einzelnen möglichen prozessualen Vorgehensweisen umfassend dar, sondern streut auch Erfahrungswerte aus der Praxis ein. Beispielhaft seien hier die Ausführungen zur rechtstatsächlichen Bedeutung des Auskunftserzwingungsverfahrens nach § 132 AktG (S. 165f.), zu den Kosten des Antrags nach § 98 Abs. 1 AktG (S. 207), zur Passivlegitimation bei der allgemeinen Feststellungsklage (S. 348), zu Erfahrungswerten hinsichtlich der Erfolgsaussichten für die Durchsetzung einer Due Diligence (S. 569), zur Prozesskostenhilfefähigkeit der oHG (S. 884) und zum notwendigen Inhalt eines Antrages auf Einleitung eines Spruchverfahrens (S. 1215) genannt.

Diese praxisorientierten Hinweise machen das „Handbuch Gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten“ zu einem geeigneten Werkzeug für die tägliche Beratungs- und Vertretungspraxis, in der sich, gerade bei seltener vorkommenden Konstellationen, regelmäßig die Frage des konkreten prozessualen Ablaufs stellt.

Derart gut informiert kann der geneigte Leser dann ans prozessuale Werk gehen und entwickelt umgehend einen weiteren, durch dieses Werk bisher unerfüllten Wunsch: ein am Aufbau des „ Handbuch Gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten“ orientiertes Formular- und Musterschreiben-Handbuch. Ein solches Fortsetzungs- bzw. Vervollständigungswerk würde vermutlich enorme Ausmaße annehmen, könnte für den Herausgeber aber die Chance bergen, für ein echtes Standardwerk der Zukunft verantwortlich zu zeichnen.


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Mehrbrey (Hrsg.), 2013, ca. 1250 Seiten, gebunden, 148,00 €, ISBN 978-3-45227600-1

Das Buch soll insbesondere Rechtsanwälte, die auf dem Gebiet des Handels- und Gesellschaftsrecht tätig sind und darüber hinaus auch Unternehmensjuristen/Justiziare, Rechtsabteilungen in Unternehmen und Richter ansprechen. Insgesamt steuerten 43 Autoren Beiträge bei, wobei ein deutlicher Schwerpunkt auf Rechtsanwälten, insbesondere aus der internationalen Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells LLP, liegt.

Nach der Einleitung werden zunächst typische Konfliktsituationen in den einzelnen für Unternehmen möglichen Rechtsformen beleuchtet. Hierbei werden die Aktiengesellschaft, die GmbH, die Konzernsituation, die GbR, die oHG, die KG mit GmbH & Co. KG, die PartG, die eingetragene Genossenschaft, der Verein und die englische Limited im Einzelnen behandelt. Im Weiteren werden das Thema der Streitigkeiten im Zusammenhang mit Umwandlungen und das Spruchverfahren abgehandelt.

Erwartungsgemäß nehmen die Ausführungen zu den Streitigkeiten in der AG und der GmbH mit insgesamt 750 Seiten den bei Weitem größten Umfang in dem Werk für sich in Anspruch. Hinsichtlich der AG werden alle wichtigen Problemfelder wie die Gründung, Durchsetzung der Aktionärsrechte und –pflichten, die Durchführung der Hauptversammlung und die Streitigkeiten unter den Verwaltungsorganen im Detail und erschöpfend behandelt.

Im Gegensatz zur Mehrzahl der bisherigen Veröffentlichungen zum Thema Unternehmensrecht widmet sich die Veröffentlichung nicht schwerpunktmäßig dem materiellen Recht im Gesellschaftsrecht, sondern den prozessualen Besonderheiten. Dabei kommt dem Herausgeber die erwiesene Expertise des Autorenteams offensichtlich sehr zugute. So stellt das Werk nicht nur die einzelnen möglichen prozessualen Vorgehensweisen umfassend dar, sondern streut auch Erfahrungswerte aus der Praxis ein. Beispielhaft seien hier die Ausführungen zur rechtstatsächlichen Bedeutung des Auskunftserzwingungsverfahrens nach § 132 AktG (S. 165f.), zu den Kosten des Antrags nach § 98 Abs. 1 AktG (S. 207), zur Passivlegitimation bei der allgemeinen Feststellungsklage (S. 348), zu Erfahrungswerten hinsichtlich der Erfolgsaussichten für die Durchsetzung einer Due Diligence (S. 569), zur Prozesskostenhilfefähigkeit der oHG (S. 884) und zum notwendigen Inhalt eines Antrages auf Einleitung eines Spruchverfahrens (S. 1215) genannt.

Diese praxisorientierten Hinweise machen das „Handbuch Gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten“ zu einem geeigneten Werkzeug für die tägliche Beratungs- und Vertretungspraxis, in der sich, gerade bei seltener vorkommenden Konstellationen, regelmäßig die Frage des konkreten prozessualen Ablaufs stellt.

Derart gut informiert kann der geneigte Leser dann ans prozessuale Werk gehen und entwickelt umgehend einen weiteren, durch dieses Werk bisher unerfüllten Wunsch: ein am Aufbau des „ Handbuch Gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten“ orientiertes Formular- und Musterschreiben-Handbuch. Ein solches Fortsetzungs-bzw. Vervollständigungswerk würde vermutlich enorme Ausmaße annehmen, könnte für den Herausgeber aber die Chance bergen, für ein echtes Standardwerk der Zukunft verantwortlich zu zeichnen.


Autorinnen und Autoren

  • Johannes Omari
    RA Johannes Omari ist seit 2009 beratend im Wirtschaftsrecht tätig, zunächst in einer Einzelkanzlei und seit 2012 in der Partnerschaftsgesellschaft Leichtle Omari Rechtsanwälte. Er ist Fachanwalt für Strafrecht und hat den Fachanwaltskurs für Handels- und Gesellschaftsrecht absolviert und konzentriert sich in der Beratung auf die genannten Rechtsgebiete.

WiJ

  • Kathie Schröder

    Urkundenfälschung (§ 278 a.F. StGB) durch die Verwendung unrichtiger „Corona-Atteste“?

    Medizin- und Arztstrafrecht

  • Dr. Sascha Süße, LL.M., M.A.

    Hille: Die Kooperation von Unternehmen mit deutschen Strafverfolgungsbehörden – Internal Investigations, Mitarbeiterinterviews und nemo-tenetur-Grundsatz

    Compliance, Fraud, Investigation

  • Raimund Weyand

    Aktuelle Rechtsprechung zum Wirtschafts- und Insolvenzstrafrecht

    Insolvenz, Bankrott, Bilanz