Florian Englert

Wessels/Beulke/Satzger: Strafrecht Allgemeiner Teil – Die Straftat und ihr Aufbau

43. Auflage 2013, C.F. Müller, 414 Seiten, mit e-Book, 23,99 €

Die neue Auflage des Klassikers enthält eine willkommene Innovation: Der Käufer erhält zugleich ein e-Book zum Download, welche die Lektüre auf entsprechenden Lesegeräten und Tablets ermöglicht. Damit ist nicht nur der Text des Buches zugänglich, zusätzlich stellt die e-Book Version die Anzeige der in den Fußnoten zitierten Entscheidungen zur Verfügung, eine Funktion, die in früheren Auflagen durch die mitgelieferte CD ROM parallel zum Buch möglich war. Der derart einfache Zugriff auf die Entscheidungen während der Lektüre hat den Rezensent überzeugt: Gerade in der laufenden Verhandlung konnte schon so mancher Punkt gemacht werden, da einfach alle Argumente auch im Volltext präsent waren – ohne dass man auf eine Internetverbindung angewiesen wäre, welche gerade in älteren Gerichtssälen nicht unbedingt gegeben ist. Es ist gelungen eine e-Book Version bereitzustellen, welche sich schnell installieren und einfach benutzen lässt. Die Handhabung ist (soweit von der Verwendung auf dem iPad auf andere e-Reader zu schließen ist) einfach und intuitiv, mit wenigen Berührungen oder Clicks gelangt man zu der gewünschten Passage des Buches.

Inhaltlich hat sich das Werk an die aktuelle Rechtsprechung angepasst. Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass sich am Ende eines jeden Abschnittes eine Übersicht über die aktuelle Rechtsprechung befindet. So wird dem Leser die Möglichkeit gegeben, sich in kürzester Zeit auf den neuesten Stand zu bringen: Man muss nur das Ende der jeweiligen Abschnitte lesen!

Während es sich hier für den Studenten der Rechtswissenschaften um ein Standardwerk handelt, ist die Nutzbarkeit auch in der Praxis vollumfänglich gegeben. Der Griff zum „Wessels/Beulke“ erweist sich gerade in dem von der Dogmatik geprägten Bereich des StGB AT als ergiebig und wertvoll: Die Autoren gehen step-by-step auf die Probleme ein und ermöglichen so das Auffinden von Lücken in der Argumentation der jeweiligen Gegenseite. Natürlich ist das Buch als Lehrbuch „unparteiisch“, mithin also nicht speziell für Staatsanwälte, Richter oder Verteidiger geschrieben. Es ist ein Buch für werdende und praktizierende Strafrechtler.

Der Aufbau des Buches ist logisch nachvollziehbar: Zunächst erfolgt eine Hinführung zum Strafrecht. Auf 43 Seiten werden die Aufgabe des Strafrechts, Deliktstypen, Anwendung der Strafgesetze, internationaler und europäischer Bezug des Strafrechts und Handlungslehre behandelt. Auch dem erfahrenen Strafrechtler sei ab und an ein Blick in diesen Teil geraten.

Teil II befasst sich umfassend mit dem vorsätzlichen Begehungsdelikt. Gleichzeitig legt es hier den Grundstein für den Rest des Buches, da immer wiederkehrende Begriffe und Probleme (z.B. atypischer Kausalverlauf) einmal grundlegend abgehandelt werden und auf diese Ausführung im weiteren Verlauf verwiesen wird. Dies erklärt den Umfang des Teiles im Vergleich mit anderen Teilen, z.B. Teil III „Das Fahrlässige Begehungsdelikt“. Die Autoren geben in dem Teil selbstverständlich auch einen guten Überblick über die wichtigsten Irrtümer, Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründe.

Die Ausführungen zu Täterschaft und Teilnahme sowie zu Versuch und Rücktritt sind dann am Ende des Teiles II zu finden, behandeln aber alle möglichen Fragen hierzu umfassend. Die Verortung der Ausführungen ist sinnvoll, gerade der Anfänger erhält zuerst den Überblick, welcher ihm dann diese speziellen Probleme begreifen und verstehen lässt.

In Teil III wird auf 17 Seiten das fahrlässige Begehungsdelikt behandelt. Dies erscheint mit Sicherheit sehr knapp, jedoch finden sich immer wieder Verweise auf den vorderen Teil. Hier zeigt sich die Stärke des e-Books, welches sofort zur jeweiligen Randnummer springen lässt und auch eine schnelle Rückkehr ermöglicht. Somit genügt die etwas knappe Darstellung, um das fahrlässige Begehungsdelikt zu beschreiben und begreiflich zu machen.

Teil IV beschäftigt sich mit den Unterlassungsstraftaten, Teil V schließt mit der Konkurrenzlehre den Hauptteil des Buches ab. Der Anhang gibt einen Überblick über die Lehre von der Straftat, die Methodenlehre der Fallbearbeitung und eine Übungsskizze zum vorsätzlichen Begehungsdelikt.

Fazit: Die 43. Auflage ist ebenso ein absolutes Muss für den Strafrechtler. Das Lehrbuch transportiert neben den Basics viel von dem strafrechtlichen Genius seiner Autoren und wird so auch für den erfahrenen Praktiker nutzbar und wertvoll. Das e-Book ist eine sinnvolle Ergänzung, welche es dem Käufer möglich macht, den „Wessels/Beulke“ immer dabei zu haben.

 

43. Auflage 2013, C.F. Müller, 414 Seiten, mit e-Book, 23,99 €

Die neue Auflage des Klassikers enthält eine willkommene Innovation: Der Käufer erhält zugleich ein e-Book zum Download, welche die Lektüre auf entsprechenden Lesegeräten und Tablets ermöglicht. Damit ist nicht nur der Text des Buches zugänglich, zusätzlich stellt die e-Book Version die Anzeige der in den Fußnoten zitierten Entscheidungen zur Verfügung, eine Funktion, die in früheren Auflagen durch die mitgelieferte CD ROM parallel zum Buch möglich war. Der derart einfache Zugriff auf die Entscheidungen während der Lektüre hat den Rezensent überzeugt: Gerade in der laufenden Verhandlung konnte schon so mancher Punkt gemacht werden, da einfach alle Argumente auch im Volltext präsent waren – ohne dass man auf eine Internetverbindung angewiesen wäre, welche gerade in älteren Gerichtssälen nicht unbedingt gegeben ist. Es ist gelungen eine e-Book Version bereitzustellen, welche sich schnell installieren und einfach benutzen lässt. Die Handhabung ist (soweit von der Verwendung auf dem iPad auf andere e-Reader zu schließen ist) einfach und intuitiv, mit wenigen Berührungen oder Clicks gelangt man zu der gewünschten Passage des Buches.

Inhaltlich hat sich das Werk an die aktuelle Rechtsprechung angepasst. Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass sich am Ende eines jeden Abschnittes eine Übersicht über die aktuelle Rechtsprechung befindet. So wird dem Leser die Möglichkeit gegeben, sich in kürzester Zeit auf den neuesten Stand zu bringen: Man muss nur das Ende der jeweiligen Abschnitte lesen!

Während es sich hier für den Studenten der Rechtswissenschaften um ein Standardwerk handelt, ist die Nutzbarkeit auch in der Praxis vollumfänglich gegeben. Der Griff zum „Wessels/Beulke“ erweist sich gerade in dem von der Dogmatik geprägten Bereich des StGB AT als ergiebig und wertvoll: Die Autoren gehen step-by-step auf die Probleme ein und ermöglichen so das Auffinden von Lücken in der Argumentation der jeweiligen Gegenseite. Natürlich ist das Buch als Lehrbuch „unparteiisch“, mithin also nicht speziell für Staatsanwälte, Richter oder Verteidiger geschrieben. Es ist ein Buch für werdende und praktizierende Strafrechtler.

Der Aufbau des Buches ist logisch nachvollziehbar: Zunächst erfolgt eine Hinführung zum Strafrecht. Auf 43 Seiten werden die Aufgabe des Strafrechts, Deliktstypen, Anwendung der Strafgesetze, internationaler und europäischer Bezug des Strafrechts und Handlungslehre behandelt. Auch dem erfahrenen Strafrechtler sei ab und an ein Blick in diesen Teil geraten.

Teil II befasst sich umfassend mit dem vorsätzlichen Begehungsdelikt. Gleichzeitig legt es hier den Grundstein für den Rest des Buches, da immer wiederkehrende Begriffe und Probleme (z.B. atypischer Kausalverlauf) einmal grundlegend abgehandelt werden und auf diese Ausführung im weiteren Verlauf verwiesen wird. Dies erklärt den Umfang des Teiles im Vergleich mit anderen Teilen, z.B. Teil III „Das Fahrlässige Begehungsdelikt“. Die Autoren geben in dem Teil selbstverständlich auch einen guten Überblick über die wichtigsten Irrtümer, Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründe.

Die Ausführungen zu Täterschaft und Teilnahme sowie zu Versuch und Rücktritt sind dann am Ende des Teiles II zu finden, behandeln aber alle möglichen Fragen hierzu umfassend. Die Verortung der Ausführungen ist sinnvoll, gerade der Anfänger erhält zuerst den Überblick, welcher ihm dann diese speziellen Probleme begreifen und verstehen lässt.

In Teil III wird auf 17 Seiten das fahrlässige Begehungsdelikt behandelt. Dies erscheint mit Sicherheit sehr knapp, jedoch finden sich immer wieder Verweise auf den vorderen Teil. Hier zeigt sich die Stärke des e-Books, welches sofort zur jeweiligen Randnummer springen lässt und auch eine schnelle Rückkehr ermöglicht. Somit genügt die etwas knappe Darstellung, um das fahrlässige Begehungsdelikt zu beschreiben und begreiflich zu machen.

Teil IV beschäftigt sich mit den Unterlassungsstraftaten, Teil V schließt mit der Konkurrenzlehre den Hauptteil des Buches ab. Der Anhang gibt einen Überblick über die Lehre von der Straftat, die Methodenlehre der Fallbearbeitung und eine Übungsskizze zum vorsätzlichen Begehungsdelikt.

Fazit: Die 43. Auflage ist ebenso ein absolutes Muss für den Strafrechtler. Das Lehrbuch transportiert neben den Basics viel von dem strafrechtlichen Genius seiner Autoren und wird so auch für den erfahrenen Praktiker nutzbar und wertvoll. Das e-Book ist eine sinnvolle Ergänzung, welche es dem Käufer möglich macht, den „Wessels/Beulke“ immer dabei zu haben.

Autorinnen und Autoren

  • Florian Englert
    RA Florian Englert, Lehrbeauftragter für Straf-, Bau- und Umweltrecht an der THD Technischen Hochschule Deggendorf, Partner und Referatsleiter Strafrecht bei TOPJUS Rechtsanwälte München – Ingolstadt – Schrobenhausen – Pfaffenhofen - Nordhausen; Schwerpunkt der Tätigkeit ist die bundesweite Verteidigung und Beratung in bau- und wirtschaftsstrafrechtlichen Verfahren.

WiJ

  • Raimund Weyand

    Aktuelle Rechtsprechung zum Wirtschafts- und Insolvenzstrafrecht (Januar 2023)

    Insolvenz

  • Dr. Ulrich Leimenstoll , Katja Ruers

    Zu den Straftatbeständen der (gänzlich) unterlassenen Aufstellung der Bilanz (§§ 283 Abs. 1 Nr. 7 Buchst. b, 283b Abs. 1 Nr. 3 Buchst. b StGB) und deren häufiger Überdehnung contra legem durch die Strafverfolgungsbehörden

    Insolvenz, Bankrott, Bilanz

  • Dr. Manuel Lorenz , Dr. Christian Rathgeber

    Keine Ahndung des Abschlussprüfers durch die BaFin für sonstige Verstöße gegen das Berufsrecht

    Insolvenz, Bankrott, Bilanz