Wirtschaftsstrafrechtliche Vereinigung e.V.

Insolvenzstrafrecht

Ansprechpartner: Christof Püschel, Köln, und OStA Raimund Weyand, Saarbrücken

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Im Insolvenzstrafrecht treffen verschiedene Disziplinen aufeinander. Hier genügt es nicht, Tatbestände des materiellen Rechts zu kennen und sich sicher durch das Verfahrensrecht bewegen zu können. Ohne durchaus vertiefte Kenntnisse der einschlägigen Teile des Insolvenz-, Handels- und Gesellschafts-, mittlerweile auch des Europarechts lassen sich die teilweise sehr komplexen Rechtsfragen nicht beantworten. Intrikate Probleme lauern zudem im Tatsächlichen. Hier sind betriebswirtschaftliche Aspekte ebenso in den Blick zu nehmen wie die praktische Tätigkeit von Bewertungssachverständigen. Der berufsübergreifende Diskurs ist dabei bestens geeignet, einerseits Unklarheiten zu identifizieren und andererseits Lösungsansätze zu erarbeiten.

In den Jahren seit 2008 steht das Insolvenzrecht unter dem Eindruck der Banken- und der nachfolgenden Finanzkrise. Der Gesetzgeber hat Banken und andere systemrelevante Einrichtungen durch massi-ve rechtliche Eingriffe und mit hohem finanziellen Aufwand vor dem Eintritt der Insolvenz bewahrt und bemüht sich mit vergleichbaren Mitteln um die Verhinderung der Insolvenz von Staaten. Die mittelbare Folge der Änderungen in den Rechtsgebieten, welche die Grundlagen des Insolvenzstrafrechts bilden, besteht in der teilweisen oder vollständigen Unanwendbarkeit des Insolvenzstrafrechts. Das wirft Fragen nach dem Insolvenz- und Insolvenzstrafrecht im Rechtssystem auf und verlangt nach einer Standortbestimmung über das Tagesgeschäft hinaus.

Der Arbeitskreis Insolvenzstrafrecht soll ein Forum für einen Gedanken- und Erfahrungsaustausch aller mit der Insolvenz professionell Befassten sein und Gelegenheit zu offener Diskussion und freiem Diskurs bieten.